...was ich noch sagen wollte...

Nichtrauchertagebuch – Tag 2

Mittwoch, 16. Jänner, 07:00: Der Wecker klingelt. Im Gegensatz zu gestern beschäfgtigen sich meine ersten Gedanken nach dem Wachwerden nicht mit der Frage, ob ich rauchen soll, aber sie beschäftigen sich mit dem Thema „Nichtrauchen“ – diesmal zwar eher in positiver Grundstimmung, dennoch ist die Tatsache, dass das Thema so präsent ist, ein klarer Hinweis dafür, dass sich Kopf und Körper noch nicht auf die neue Situation eingestellt haben.

Im Büro geht es mir weitaus besser als gestern; nur beim Telefonieren merke ich noch, dass in mir während eines Gespräches der Gedanke ans Rauchen heftig aufflammt – nicht in dem Sinne, dass ich rauchen möchte, es ist eher ein starkes Wachwerden der Erinnerung an jahrelang gepflegte Verhaltensmuster.
Froh bin ich darüber, dass ich mich nicht – wie noch gestern – zum Nichtrauchen zwingen muss, sondern aus Überzeugung ganz bewußt auf die Zigaretten verzichte, ohne das Gefühl in mir zu tragen, auf etwas verzichten zu müssen.

Das Buch von Allen Carr ist mir wertvolle Unterstützung. Viele Inhalte des Seminars von vor 6 Jahren werden während des Lesens wieder wach und helfen mir, wieder zu verstehen, warum ich überhaupt geraucht habe und zu verinnerlichen, weshalb ich als Ex-Raucher auf nichts verzichte sondern im Gegenteil etwas gewinne. Und ganz wichtig: Allen Carr stellt jenes Wissen zur Verfügung, das mit der Vorstellung der furchtbar schlimmen und unerträglichen Entzugserscheinungen Schluß macht. Keine Schweißausbrüche, kein Zittern, keine Unruhe oder Nervosität. Nichtrauchen ist der Normalzustand. Der rein körperliche Entzug – sofern es ihn überhaupt gibt – beschränkt sich gefährlicherweise auf ein Gefühl ähnlich dem des Hungers. Gefährlich insofern, als dass dieses Gefühl natürlich dazu verleitet, pausenlos am Kühlschrank oder vor der Naschlade zu stehen…

Kurz: Ich bewerkstellige den zweiten Tag des Nichtrauchens problemlos. Noch sind die Gedanken ans Rauchen sehr präsent, bringen mich aber zum Glück nicht in Gefahr, den Zigaretten nachzutrauern. Das beschriebene Hungergefühl ist für mich sehr schwer handzuhaben. Vorsorglich habe ich bei meinem täglichen Einkauf die Schokolade weg gelassen – am späteren Abend bereue ich das bitter. Verdammt, ich will sofort Schokolade!!!

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