...was ich noch sagen wollte...

Nichtrauchertagebuch – Monat 2

Etwas mehr als ein Monat bin ich nun schon… ja, was eigentlich? Ich rauche seit über einem Monat nicht mehr – bin ich nun Nichtraucher? Oder Ex-Raucher? Kann sich jemand, der über 20 Jahre seines Lebens Kettenraucher war, überhaupt „Nichtraucher“ nennen? Ist diese Bezeichnung nicht das Privileg jener, die niemals geraucht haben? Eigentlich völlig egal! Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Vermisse ich etwas, habe ich das Gefühl, mit dem Nichtrauchen auf etwas in meinem Leben verzichten zu müssen? Die Antwort ist ebenso einfach wie ehrlich: Nein! Nein, ich vermisse nichts, ich habe nicht das Gefühl, auf etwas zu verzichten. Im Gegenteil, endlich fühle ich mich wieder frei.

Nun mag man einwenden können, nach nur einem Monat läßt sich noch nicht wirklich beurteilen, ob ich den Sprung ins Nichtraucher-Dasein geschafft habe. Stimmt! Es gibt allerdings auch keine „magische“ Zeitgrenze, ab der man, wenn man sie überschritten hat, die Gewissheit hat, nie wieder eine Zigarette anzurühren. Es gibt (Ex-)Raucher, die nach 10, 15jähriger Pause wieder mit dem Rauchen angefangen haben. Ich denke aber, dass das hauptsächlich Ex-Raucher waren, die all die Zeit über das Gefühl hatten, auf etwas zu verzichten – von vielen Ex-Rauchern hört man selbst nach Jahren noch Sätze wie „Von Zeit zu Zeit habe ich immer noch Gusto auf eine Zigarette“.

Ich kann guten Gewissens behaupten, schon nach wenigen Tagen keinerlei Gusto mehr auf Zigaretten gehabt zu haben; keine Gedanken im Kopf, die flüstern würden: ‚Ich will oder ich brauche eine Zigarette‘. Ungewöhnlich, denn ich habe etliche Versuche hinter mir und bin nach jeweils sehr kurzer Zeit gescheitert, weil genau dieses „Ich-brauche-eine-Zigaretten-Gefühl“ allgegenwärtig war.

Jeder Raucher, der schon einmal vergeblich versucht hat, das Rauchen aufzugeben, wird ungläubig den Kopf schütteln – es kann nicht sein, dass man nach wenigen Tagen kein Verlangen mehr nach Zigaretten hat. Doch! Der „Trick“ ist einfach: Man muß erkennen und verstehen, warum man raucht. Wenn man die Funktionalität des Rauchens versteht, will man plötzlich nicht mehr rauchen, vermißt demzufolge auch keine einzige Zigarette und ist einfach nur mehr froh, so viele Situationen im Leben endlich wieder genießen zu können. Die Allen-Carr-Methode schafft das binnen weniger Stunden.

„Die müssen eine ordentliche Gehirnwäsche bei Dir angewandt haben“, hörte ich in den letzten Wochen, vor allem von Personen, die meinen exzessiven Zigarettenkonsum kannten. Nun, abgesehen davon, dass es wohl keine „Gehirnwäsche“ gibt, die binnen weniger Stunden das gesamte Rauchverhalten und -denken eines halben Lebens um 180 Grad drehen kann, wäre es mir völlig gleichgültig, Hauptsache, es wirkt! Das Geheimnis des Erfolges ist allerdings weit einfacher: Es ist das erwähnte Verstehen – das Verstehen, warum man raucht. Man versteht und schon ist der „Mythos Rauchen“ entzaubert.

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