...was ich noch sagen wollte...

Meine Wahlprognose

Man braucht kein Hellseher zu sein, um schon jetzt sagen zu können: Die Parteien mit den größten Stimmenverlusten (SPÖ und ÖVP) werden sich als große Gewinner der Wahl sehen, während die Partei, die sich über die meisten Stimmgewinne wird freuen können (Stronach), als wahrscheinlich Letzter in den Nationalrat einziehen wird. Meine Prognose über den Wahlausgang aus heutiger Sicht im Detail:

Die Meinungsforscher sind immer der Auffassung, die TV-Konfrontation wären für die Entscheidungsfindung der bislang Unentschlossenen ganz wichtig. Diese Meinung teile ich nicht ganz, ich sehe in den Diskussionsrunden – vor allem, wenn Stronach und Strache beteiligt sind – großen, echten Unterhaltungswert. Bei den ersten beiden Duellen im ORF gab es doch einige echte Schenkelklopfer. Jedenfalls unterhaltsamer als eine Rosamunde-Pilcher-Schnulze…

Dass SPÖ und ÖVP Stimmen verlieren werden, liegt auf der Hand – für beide geht es letztlich nur darum, wer seine Stammwähler noch einmal motivieren kann, überhaupt zur Wahl zu gehen. Der Gewinner im Motivationswettkampf wird die wenigeren Stimmen verlieren und Platz eins erreichen. So ganz gleich ist der Motivationskampf allerdings nicht mehr – die ÖVP hat sich mit ungeschickten Äußerungen (Pensionsantrittsalter für Frauen und 12-Stunden-Arbeitstag) fast als SPÖ-Wahlhelfer in Szene gesetzt. Wirklich äußerst „patschert“! Beide Themen stehen so überhaupt nicht auf der politischen To-Do-Liste – ganz besonders, wenn man (wie beim Pensionsantrittsalter für Frauen) eine Verfassungsmehrheit bräuchte. Und ich gehe mal davon aus, dass selbst der verblendeste ÖVP-Funktionär an keine 2/3-Mehrheit nach dem 29. September glaubt…

Die FPÖ setzt wieder auf ein altes, gut funktionierendes Thema: Ausländer. Diesmal etwas subtiler – anstatt gegen Ausländer probieren es die Wahlkampfstrategen mit einem „Für Österreicher“. Auch, wenn das nachwievor eine Wählerschicht anspricht, glaube ich nicht, dass das neue Wähler anlocken kann. Außerdem hat die FPÖ als Anbieter für Proteststimmen diesmal einen echten Konkurrenten: Frank Stronach. Selbiger wird mit seinen unorthodoxen Auftritten, die einen Gegenpol zum „typischen Politiker“ darstellen, sicher bei Protestwählern punkten können, möglicherweise sogar frühere Nichtwähler für sich gewinnen können.

Die Grünen können dank ihrem „Sauberimage“ sicher glaubwürdig eine korruptions- und bestechungsfreie Politik verkaufen, erfahrungsgemäß gewinnen sie aber eher Umfragen als Wahlen. Ich glaube daher, dass ihr Stimmenzuwachs unter den Erwartungen bleiben wird.

Daher „vergebe“ ich für die kandidierenden Parteien:

SPÖ: 25 %
ÖVP: 24 %
FPÖ: 19 %
Grüne: 13 %
Stronach: 11 %
BZÖ: 4 %
NEOS: 2 %
Sonstige: 2 %

 

Woraus sich für mich als schlüssige Regierung eine SPÖ-ÖVP-Grüne-Koalition ergäbe.

Anm.: Meine aktualisierte Wahlprognose (vom 27. September) ist hier zu finden: Meine korrigierte Wahlprognose

 

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