...was ich noch sagen wollte...

Krankenkassen wieder im Plus

Fast grenzt es an ein Wunder – die Krankenkassen bilanzieren größtenteils wieder positiv. 2011 noch mit 292 Millionen im Plus, dürften es – nach vorläufiger Hochrechnung – für das Jahr 2012 etwa 138 Millionen werden. Die Gründe, warum die Krankenversicherungsträger nach Jahrzehnten des Erfolges überhaupt ins Minus gerutscht sind, sind vielfältig, ebenso die Gründe, wie es ihnen gelang, wieder Gebarungsüberschüssen zu erzielen.

Tatsache ist jedenfalls, dass es den Kassen geglückt ist, ohne Leistungskürzungen auch im eigenen Bereich einzusparen. Im Gegenteil, es gelang sogar noch, das Angebot auszuweiten und zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten auf Kassenkosten zu schaffen. Die Freude über die positiven Ergebnisse dürfte eine kurze sein, denn die Hochrechnungen für die kommenden Jahre lassen schon für 2014 wieder ein kräftiges Minus von über 220 Millionen erwarten.

Trotzdem gibt es im Hinblick auf die erfolgreichen Abschlüsse der letzten Jahre Stimmen, die sofort eine Ausweitung des Kassenangebotes fordern. Etwa weniger Zuzahlungen im Bereich der Zahnbehandlung, oder – wenngleich auch nur Vorwahlkampfgetöse der Salzburger SPÖ – die Kostenübernahme für Verhütungsmaßnahmen. Gut, wünschen darf man sich natürlich immer etwas, wenn allerdings sogenannte Gesundheitsexperten ernsthaft eine Ausweitung des Angebotes fordern und gleichzeitig wissen, dass die Kassen mit dem derzeitigen Leistungsangebot schon auf das nächste Minus zusteuern, dann fehlt mir jedes Verständnis dafür. Die Überschüsse der letzten beiden Jahre dürften zudem die Begehrlichkeiten der Ärztekammern auf kräftige Honorarsteigerungen wachsen lassen…

Abgesehen davon, dass der Großteil des erzielten Gewinns ohnehin zur Abdeckung von Schulden verwendet werden muß – wo bleiben die Stimmen jener, die ihren Blick in die Zukunft richten und statt einer Ausweitung des Angebotes die Bildung von Rücklagen fordern? Rücklagen für stark erhöhte Leistungsaufwendungen, etwa für eine Pandemie oder auch nur eine besonders starke Grippewelle, die uns jederzeit treffen könnten.

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