...was ich noch sagen wollte...

Inferno – das Problem mit dem Wachstum

Inferno, so der Titel von Dan Browns letztem Thriller, der sich zwar nicht ganz so spannend liest, wie die drei Vorgänger-Romane – vielleicht wird auch einfach nur die ewige „Schnitzeljagd“ des Protagonisten, Robert Langdon, langsam etwas fad –  aber dennoch ein flüssig zu lesendes Buch, das (kultur)historisch gut recherchiert und durchaus lehrreich ist. Neben Dantes bekanntestem Werk (Göttliche Komödie) lernt der Leser interessante Details der Geschichte von Florenz und Venedig bzw. seiner Bauwerke kennen.

Hauptsächlich dreht sich das Buch allerdings um Bevölkerungswachstum, Transhumanismus und den Umgang damit bzw. die daraus resultierende Problematik. Und damit regt das Buch abseits seiner Romanhandlung durchaus zum Nachdenken an.

Besonders beeindruckend: Die Bevölkerungsentwicklung im Lauf der Geschichte. Wir wachsen in einer atemberaubenden Geschwindigkeit – allerdings erst seit relativ kurzer Zeit. Allein in den letzten 10 Jahren (von 2000 bis 2010) wuchs die Weltbevölkerung um 1 Milliarde Menschen! Einhergehend mit dem Ansteigen der Weltbevölkerung macht die Medizin so rasante Fortschritte, dass eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 100 Jahren durchaus in erahnbare Nähe rückt. Gleichzeitig verbrauchen wir immer mehr Ressourcen, unser Hunger nach Rohstoffen ist schier unstillbar und unser Platzbedarf, gepaart mit wirtschaftlichem Streben nach mehr und mehr Gewinn, vernichtet täglich unvorstellbar große Flächen an natürlichem Lebensraum.

entwicklung

Dr. Bertrand Zobrist, der „Bösewicht“ in Dan Brwons Thriller, ist überzeugt: Die Menschheit läßt sich nur retten, wenn diesem enormen Bevölkerungswachstum schnellstmöglich Einhalt geboten wird. Es wäre kein Thriller, würde Dr. Zobrist dieses Ziel nicht aktiv und rasch zu erreichen versuchen und würde Robert Langdon diesen Plan nicht vereiteln wollen.

Der Leser kann sich nun die Frage stellen, inwieweit das Bevölkerungswachstum tatsächlich ein Problem unserer menschlichen Zukunft werden kann oder gar schon ist. Auf alle Fälle wird bewußt, dass wir und unser Wohlstand von einem Umstand abhängig sind: Dem Wachstum. Unsere Wirtschaft muß wachsen – tut sie das nur gering oder gar nicht (wie derzeit), dann gibt es ein ernstes Problem. Geht das Wachstum gar zurück, wird aus dem ersten Problem schnell eine Katastrophe.

Wenn wir aber immer wachsen müssen, mündet das zwangsläufig in der Frage: Wohin? Irgendwann ist Schluß mit Wachstum, ist der Plafond erreicht. Irgendwann ist auch der oben angesprochene Platzbedarf erschöpft. Irgendwann sind unsere Ressourcen aufgebraucht. Irgendwann wird es ein Ernährungsproblem für die Weltbevölkerung geben, werden Trinkwasservorräte nicht mehr ausreichen. Bloß: wann ist irgendwann? Und welche Lösung gibt es dafür?

Fragen, die wir wohl nicht so rasch beantworten werden können, geschweige denn, dass eine Lösung in greifbarer Nähe wäre. Es wäre aber schön, würde der Mensch dafür Lösungsansätze entwickelen, bevor tatsächlich Mutter Natur – beispielsweise in Form einer Pandemie – die Sache selbst in die Hand nimmt.

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Kommentare

  1. maresa  Juli 7, 2013

    Ich habe das Buch erst vor Kurzem zu lesen begonnen, bin so etwa im ersten Drittel, … bei Lösungsansätzen die Menschen entwickeln sollen, wäre es doch von Nöten, dass sie endlich bereit sind, einander zuzuhören, aufeinander zuzugehen, gemeinsam zu handeln, ihr Wissen zu teilen und ein wenig nicht nur auf ihren eigen Vorteil fokussiert sind. Genau daran scheitern wir doch jetzt schon … und die Sorg- und Gedankenlosen sind auf dieser Welt leider in der Überzahl …

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