...was ich noch sagen wollte...

„I woa bei de Hurna!“

In den 90ern gab es bei uns im Büro eine relativ hohe Fluktuation an Mitarbeitern – in monatlichen Abständen kündigten Kollegen und neue kamen. Damit einhergehend siedelten auch „alte“ Kollegen zwischen den Büroräumen hin und her, um neue Kollegen einzuschulen. Nach einem Sommerurlaub war es bei mir soweit, ich landete in einem Zimmer mit einem neuen Kollegen aus der Nähe von Horn.

Über Wochen spielte sich montags fast ident die gleiche Szene ab: Eine ältere Kollegin, die mit uns in einem Zimmer saß, fragte – wohl eher aus Höflichkeitsgründen denn aus echtem Interesse – immer jeden von uns, was wir denn am Wochende so gemacht und erlebt hätten. Die Antwort des jungen Kollegen aus dem Waldviertel war immer die selbe: „Nojo, i woa wieda bei de Hurna obn, woa eh recht schee…“

Aus ebensolcher Höflichkeit bohrte ich nach dieser durchaus interessanten Antwort nie nach, wunderte mich allerdings schon, warum er gar so offenherzig über seine Besuche im Rotlichtmilieu (offenbar im nahen Tschechien) erzählte.

Erst Wochen später klärten sich die vermeintlichen Sex-Besuche auf – die „Hurna“ waren die Einwohner von Horn; auf waldviertlerisch eben „Hurna“…

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