...was ich noch sagen wollte...

Betrunkene Abgeordnete?

Dass sich Politiker in Zeiten des Wahlkampfes ganz besonders merkwürdig verhalten, ist ein seit Jahrzehnten zu beobachtendes und wenig überrraschendes Phänomen. Was sich aber heute an Merkwürdigkeiten im Nationalrat abgespielt hat, läßt sich mit Wahlkampf allein nicht mehr ganz erklären – irgendwie drängt sich das Gefühl auf, Alkohol könnte mit im Spiel sein…

Einerseits erdreist sich die „Partei der Arbeit“, die für jeden Arbeitsplatz kämpfen will, dass sie das in erster Linie für ihre eigenen Funktionäre beansprucht, in dem sie am letzten Tag einer Plenarsitzung vor der Wahl einen Abgeordneten angeloben läßt, dessen parlamentarische Tätigkeit – so es nicht noch zu einer Sondersitzung im Sommer kommt – auf das Öffnen seiner Gehaltsstreifen für die nächsten drei Monate beschränken wird.

Und dann läßt die FPÖ auch noch darüber abstimmen, ob Edward Snowden Asyl in Österreich bekommen soll. Eine Frage, die der Nationalrat überhaupt nicht entscheiden kann, weil er als Gesetzgeber nicht die Aufgaben der Verwaltung (Gewaltentrennung!!) übernehmen kann.

Stellen sich ein paar Fragen: Wissen die Damen und Herren Abgeordneten eigentlich selbst nicht über ihre Kompetenzen und Aufgaben bescheid? Wissen sie es und spielen nur wieder ein wahltaktisches Spielchen in der Hoffnung, ein paar TV-Zuseher hätten sich auf ORF III verirrt und würden sie deshalb wählen? Wurde anläßlich der Diskussion über die Änderung des Weingesetzes zuviel Alkohol ausgeschenkt? Wie läßt sich all das erklären und vor allem: Welcher Wähler findet noch einen Grund, „seine“ Partei zu wählen?

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Kommentare

  1. maresa  Juli 5, 2013

    Der letzte Lesefähigkeitstest in Österreich hat ein erschreckendes Ergebnis gebracht, und ich vermute das einige der Probanden des Vortestes in dieser illustren Runde sitzen. Denn, um über seine Kompetenzen und Aufgaben vollinhaltlich bescheid zu wissen, bedarf es wiederum der Kunst des sinnerfassenden Lesens.
    Eigentlich bin ich dafür, bevor unsere Politikschaffenden von unseren Steuergeldern (nicht schlecht bezahlt) leben, sollte man sie testen. Wenn ich in Wien einen Würstelstand eröffnen will, brauche ich auch unzählige Befähigungen und eigentlich kann nicht viel passieren beim Würstelwärmen, im schlimmsten Fall platzt das Würstel im heissen Wasser auf und kein Kunde würde es so kaufen. Die Aufgabe dieser werten Damen und Herren geht aber weit übers Wasserwärmen und Würstel reinlegen, und jeder der zur rechten Zeit die richtigen Parteifreunde hatte, sitzt ohne Zertifikat hochbezahlt dort. … und es kann vielmehr passieren!!!

    Desweiteren vermute ich, dass wir alle, die ORF III fassungslos staunend beiwohnten, sehr bald erkannten dass dies keine wahltaktischen Spielchen waren, sondern bitterer Ernst. Scheinbar als Kasperlstück inszeniert, denn manchmal dachte ich die Stimme von Pezibär und Fips der Maus wiederzukennen. Ich hab mich gefragt, hab ich überhaupt noch eine Partei?

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    • Hannes  Juli 5, 2013

      Der Idee des Testens vor Funktionsantritt kann ich etwas abgewinnen, solange der Vorbereitungskurs nicht in einem Humboldt-Fernkurs angeboten wird… 😀

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      • maresa  Juli 5, 2013

        … ich hätte noch eine Visitenkarte von einem Humboldt Berater zufällig auf meinem Schreibtisch gefunden 🙂

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